CD :: MARKUS VOLLMER & BAND, "so far" 2007

1 :: State of emergency
2 :: So far
3 :: Seven Days
4 :: By my side
5 :: A distant planet
6 :: Repeating game
7 :: Black sea
8 :: Lay down your weapons
9 :: Not my decision
10 :: Monterey








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CD Rezension "so far" 2007, ABHÖRN MAGAZIN




Der Singer / Songwriter Markus Vollmer veröffentlicht mit seiner Band seine erste, eigene CD mit dem Titel „So Far“.

Das Gesicht des Gitarristen und Sängers ziert das Cover, doch kaum erkennbar durch das überwiegende Schwarz und die unnatürlichen Ocker-Brauntöne seiner Haut. Als ob diese Stimmung das Charisma des Album einfängt, so scheinen viele Songs ein schaurig-schönes, „düsteres“ Gefühl mitzubringen. Aber so ist es eben nur auf den ersten Blick, auf's erste Hören: Beim näheren Hinsehen zeigt das Cover alle Feinheiten von MV´s abgewandtem Gesicht – und so offenbaren alle Stücke nach und nach Gefühle, Erinnerungen, Erfahrungen und Meinungen des Musikers.

Elemente aus Jazz, Funk, Soul, Rock und Pop werden in jedem Song anders kombiniert und es entsteht ein eigener Sound, der Sound von Markus Vollmer & Band. Der Opener „State of emergency“ startet sanft mit asiatischen Klängen und Gitarrentönen, doch entfächert sich schnell. Ein guter Vorgeschmack auf die restlichen neun Songs. So auch auf „So Far“, das sich in groovendem Funk-Sound mit einer der Kreuzungen beschäftigt, an der jeder von uns in seinem Leben schon mindestens einmal stand: Für welchen Weg soll ich mich entscheiden, um glücklich zu werden? („You wanna know if this is the right way you're on“). Einfach schöne Melodien bieten „Seven Days“, das leicht melancholische „By My Side“, „A Distant Planet“, das Liebeslied „Repeating Game“ und das schwermütige „Black Sea“. Frecher rockt die Gitarre bei „Lay Down Your Weapons“ und Teile des Stücks erinnern sogar ein wenig an Alice in Chains. Die Message „I'm tired of war“ steht dabei im Vordergrund - für was sollen die Soldaten noch kämpfen, wenn nichts mehr übrig ist, um erobert oder verteidigt zu werden? „Not My Decision“ fand, inspiriert durch das John Butler Trio, im Reggae/Country-Gewand auf das Album - sehr schöne Nummer zum Träumen, in deren Text viele Naturelemente vorkommen. Abgerundet wird das Werk die Gänsehautnummer „Monterey“. Der Song hebt sich schon auf die ersten Klänge von den Anderen ab, da er nicht im Studio, sondern in der heimischen Küche des Singer/Songwriters aufgenommen wurde. Dieses besondere Flair gepaart mit der sehnsüchtigen Stimmung der Vollmer'schen Stimme, macht die Akustikballade zu einem Rohdiamanten, der keinen Schliff mehr bedarf.

Jedes der zehn Stücke ist einzigartig auf seine Weise und mehr als gelungen komponiert und arrangiert. Man spürt förmlich die Energie jedes einzelnen Musikers, deren Groove sich zu einem harmonischen Gesamtsound zusammen fügt. MV hat mit seinen Bandkollegen Mario Garruccio (Drums), Jan Stürmer (Git), Holger Kalenda (Bass) und Matthias Grosch (Keys) ein lebendiges, pulsierendes, wogendes Stück Musik geschaffen, was in Aschaffenburg – und über die Stadtgrenzen hinaus – nach seinesgleichen sucht. Auch die Produktion der Songs durch den Aschaffenburger Produzenten Larry Fricke (www.mix-box.de) bewegt sich - wie die Stücke selbst - auf unglaublich hohem Niveau. Das Album wirkt dabei in keiner Weise überproduziert, sondern sehr natürlich. Alle Texte spiegeln die Gedanken und Erfahrungen des Menschen Markus Vollmer wider. Authentischer kann Musik gar nicht sein. Darüber hinaus enthalten die Lieder viele liebevolle Details, die den jeweiligen Sound, das jeweilige Gefühl, unterstützen. „So Far“ gehört einfach in jedes CD-Regal! Carolin Kress